Folgen von Mangelernährung bei Tumorpatienten

Mangelernährung hat einen ungünstigen Einfluss auf die Körperzusammensetzung, Krankheitshäufigkeit, Sterblichkeit und Lebensqualität von Tumorpatienten.

Die bei onkologischen Patienten auftretenden Änderungen der Körperzusammensetzung unterscheiden sich von den Veränderungen im Hungerzustand. Im Hungerzustand wird vorwiegend Körperfett abgebaut und die Muskelmasse bewahrt.
Tumorpatienten verlieren dagegen Körperfett- und Körpermagermasse, primär Skelettmuskelmasse. Organgewebe, vor allem das Lebergewebe, bleibt erhalten. Die intrazelluläre Flüssigkeit nimmt ab, eine kompensatorische Zunahme der extrazellulären Flüssigkeit kann das tatsächliche Ausmaß einer Gewichtsabnahme verschleiern, ebenso wie Wassereinlagerungen im Rahmen einer Krebsbehandlung oder Änderungen des Hydratationsstatus, zum Beispiel bei Herz-, Leber- und Niereninsuffizienz oder bei schwer Kranken.
Der Verlust an Körperzellmasse führt zu körperlicher Schwäche, Abnahme der respiratorischen Muskelfunktion und langfristig zu Immobilität.

 

Verminderte humorale und zelluläre Immunantwort

Bei mangelernährten Patienten ist die humorale und zelluläre Immunantwort vermindert, die Infektneigung erhöht und die Wundheilung vermindert, was zu vermehrten Komplikationen durch Wundheilungsstörungen, Infektionen und Sepsis sowie häufigeren und längeren Krankenhausaufenthalten und zu höheren Kosten führt.

 

Weitreichende Folgen der Mangelernährung

Mangelernährung führt zu einem schlechteren Ansprechen auf Chemotherapien, zu mangelnder Compliance, Therapieunterbrechungen und dadurch unzureichenden Gesamttherapien, wodurch die Sterblichkeit steigt und die Prognose der Patienten sich verschlechtert. Die Überlebenszeit ist signifikant verkürzt.

Gewichtsverlust ist ein eigenständiger Prognosefaktor für die Sterblichkeit bei Non-Hodgkin-Lymphom, Bronchialkarzinom, Mammakarzinom, Kolon- und Prostatakarzinom.


Mangelernährung kann zu psychischen Problemen führen

Mangelernährung ist darüber hinaus mit Depressionen sowie einer signifikanten Minderung von Leistungsfähigkeit und Lebensqualität assoziiert. Mangelernährung ist für den Patienten und seine Familie auch eine Ursache psychischer Probleme. Bereits ein Gewichtsverlust von nur 5 % bei unzureichender Energie- und Eiweißaufnahme korrelierte in einer Studie signifikant mit einer Minderung der Lebensqualität.

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